Am Mittwoch Morgen, den 28. September ging es dann also wieder los. Mit Sack und Pack zum Flughafen nach Frankfurt und mit einem kleinen Airbus der Fluggesellschaft Air France nach Paris Charles de Gaulles. Angekommen am Flugsteig D irgendwas und mit gut 1 h zum Umsteigen ausgestattet, mache ich mich auf den Weg vom Flugsteig E 71, wo mein Anschlussflug nach Tokyo starten sollte, immerhin ein Airbus A380. Wer jetzt den selben Fehler wie ich macht und denkt, dass das ja von D nach E nicht so weit sein kann, begibt sich in einen der größten Irrtümer seines Lebens. Aufgrund der immer länger werdenden Strecke war ich mittlerweile nicht mal mehr ganz so sicher, ob die 1 Stunde überhaupt ausreichen würde. Spätestens als ich die Schlange an der Passkontrolle gesehen hatte, wurde ich immer unentspannter. Aber ich komme am Flugsteig an, sehe das imposante Flugzeug und begebe mich direkt in die Schlange zum Besteigen. Hat also alles ganz genau geklappt, obwohl ich gegen Ende schon mit sehr flinken Füßen unterwegs war.
Im Flugzeug angekommen, stellt man allerdings sehr schnell fest, dass es eben auch nur ein Flugzeug wie jedes andere ist, bloß dass es enorm aufgebläht ist. Und 11 Stunden Economy Klasse ist halt egal in welchem Flugzeug auch immer, schon ein kleine bis mittlere Katastrophe. Zumal auf Flügen nach Asien einfach zu viele Asiaten in solchen Maschinen sitzen. Damit kann zwar rechnen, aber das gewöhnen daran ist schwer möglich. Nur als Beispiel: Warum bieten sie im Flugzeug ein europäisches und asiatisches Menü an, wenn das europäische eh immer leer ist, wenn die Stewardess zu mir kommt? Das ist mir jetzt schon zum dritten Mal hintereinander (vor 6 Monaten mit Lufthansa nach Seoul und vor drei Monaten auf dem Weg von Hong Kong nach Frankfurt) passiert. Unakzeptabel. Dann warteten also 11 h Flug auf mich. Da ich aber unter solchen Bedingungen nicht schlafen kann, habe ich mich wieder an die Durchforstung des Medienprogramms gemacht, welches bei Air France durchaus empfehlenswert ist.
Der Morgen: Morgens am 29. September sind wir dann in „Tokyo Narita“ angekommen. Warum in diesem Namen Tokyo mit drin steht, ist genauso fraglich, wie bei „Frankfurt Hahn“. An der Passkontrolle stelle ich fest, dass ein Grossteil des Fliegers wohl aus Angehörigen eines oder mehrere Motorrad Teams bestand. Welche Klasse konnte ich nicht hundertprozent raushören, aber es könnte die Moto GP gewesen sein. Aber das ist auch nur eine Randnotiz. Vor der Passkontrolle empfing mich auch schon der Agent, um mich mit den für einen Seemann nötigen Papieren auszustatten und mit der Info, dass ich noch ein wenig warten müsste, da der Kapitän nach mir mit einer Maschine aus Amsterdam landen wird und dass das Schiff eh erst Abends einlaufen wird. Die erste gute Nachricht des heutigen Tages, denn es bot sich die Aussicht auf ein Hotel und lang ersehnten Schlaf. Zu diesem Zeitpunkt waren mir allerdings einige Sachen noch nicht bekannt. Der Kapitän landete planmässig, es traten aber Probleme mit seinem Gepäck auf. Es war nicht mit ihm geflogen. Mein persönliches Horror Szenario beim Einsteigen. Gott sei Dank ist das mir noch nicht passiert. Denn es ist ein langes Spiel, bis das Gepäck dann dort ist, wo auch das Schiff ist, im besten Fall noch zur gleichen Zeit
Nach Erledigen einigen Papierkrams (die Uhr die meinen verbleibenden möglichen Schlaf anzeigt, tickte wahnsinnig schnell runter) war geklärt, dass KLM versucht das Gepäck am nächsten Tag nach Osaka zu bringen. Dann überreicht uns der Agent ein Ticket und stellt uns an einer Bushaltestelle ab. Da dämmerte mir langsam, dass Narita noch nicht ganz Tokyo ist. Der Shuttle Bus brauchte dann knapp eine Stunde um uns an einer Station in Tokyo abzusetzen, wo ein anderer Agent uns in Empfang nahm. Es war mittlerweile 12 Uhr, und wir saßen nun in einem Auto und erreichten hoffentlich bald das Hotel. Autofahren und Asiaten, das passt ja meiner Meinung nach auch nicht so zusammen, aber gut. Im Hotel angekommen, waren unsere Zimmer noch nicht bezugsfertig. Die Zeit auf der angesprochenen gedanklichen Uhr raste immer weiter. Schnell war klar, dass es sich nicht um die erste Adresse in Tokyo handelt. Das Zimmer sehr klein, spärlich ausgestattet und vor allem das fehlende Wlan missfiel mir sehr. Aber irgendwo auch gut, denn so hat mich nichts abgehalten zu schlafen. Irgendwann kurz vor 14 Uhr hatte ich es dann geschafft. Ich lag im Bett und nutzte die Chance noch knapp 5 h zu schlafen.
Der Abend: Im Hotelrestaurant noch zu Abend gegessen, es war bis zu einem Limit im Preis inbegriffen. Dabei stellte ich fest, dass weder Dollar und Euro in Japan noch gerne angenommen werden. Da mein Gericht knapp 200 Yen über dem angesprochenen Limit lag und ich keine Yen besaß, stand ich vor einem Problem beim Bezahlen. Denn sie akzeptierten weder Dollar noch Euro. Also zückte ich meine Kreditkarte und bezahlte umgerechnet 1,65 Euro damit. Selbst der japanische Kellner musste da etwas schmunzeln. Aber nun gut, so sind sie die Japaner. Etwas unflexibel. Nach dem Essen wurden wir wieder abgeholt und zum Hafen gefahren. Natürlich nicht ohne noch mal beim Zoll und der Immigration vorzusprechen. Aber daran gewöhnt man sich als Seemann doch recht schnell. Die Grenze zum vermutlichen Terroristen und Schmuggler ist fliessend. Irgendwann um 21 Uhr waren wir dann an der Pier und die Hanjin Lisbon war gerade im Begriff anzulegen. Was für uns eine weitere halbe Stunde warten bedeutete. Kurz vor 22 Uhr war ich dann an Bord. Umziehen und los zur Übergabe. Für die Übergabe blieb uns nicht ganz eine Stunde. Eigentlich zu wenig Zeit, aber Auslaufen war schon wieder für Mitternacht geplant, da es durch den anstehenden Fahrplanwechsel des Schiffes nur ein paar Container zu entladen gab.
Fazit:
Diese Einstiegsszenarien mit solch langen Flügen sind eine absolute Katastrophe. Im Falle des Kapitäns, wenn man sein Gepäck noch unterwegs verliert, noch viel mehr. KLM hat es aber wenigstens geschafft, das Gepäck bis zum nächsten Tag nach Osaka zu bringen, so dass er nur einen Tag ohne eigene Sachen da stand. Dies ist unter anderem auch ein Grund, warum ich ab nächstem Jahr ein 1:1 Fahrzeit System anstrebe, bei dem ich mit meinem Partner auf einem festen Schiff nur in europäischen bzw. deutschen Häfen ablösen kann.




